Portrait Konrad Plautz
Laufbahn
Plautz wurde 1964 in Navis geboren und war hauptberuflich bis Juli 2008 als Qualitätstechniker im Gerätewerk Matrei tätig.[1] Bereits im Alter von 16 Jahren leitete er Fußballspiele der "Wilden Liga" im Tiroler Wipp
tal ehe er 1984 die Schiedsrichterprüfung in Innsbruck ablegte. Seit 1991 ist er als Schiedsrichter in der österreichischen Bundesliga im Einsatz, seine Berufung zum FIFA Referee erfolgte 1996. Mit über 200 Bundesligaeinsätzen zählt er zu den erfahrensten Schiedsrichtern Österreichs. 2009 beendete er seine Schiedsrichterkarriere aufgrund der von der FIFA vorgegebenen Altersbeschränkung.
Im Tiroler Fußballverband war er neben Armin Eder, Thomas Einwaller, Roland Heim, Andreas Heiß und Andreas Staudinger Mitglied des Bundesligakaders. Plautz ist aber auch Leiter dieses Kaders. In seinem Heimatland Tirol leitet Plautz, trotz seiner hohen Qualifizierung im In- und Ausland, auch(Derby-)Spiele in unteren Spielklassen. Diese gewisse Bodenständigkeit verschafft Plautz in Tirol auch große Anerkennung.
Zum Auftakt seiner internationalen Laufbahn war er 1996 bei der U16 Europameisterschaft im eigenen Land dabei und dort unter anderem als Schiedsrichter der Finalbegegnung zwischen Frankreich undPortugal im Einsatz. Sein erstes Spiel in der UEFA Champions League hatte er 1998 mit dem SpielKRC Genk gegen RCD Mallorca. Seit dem Jahr 2000 zählt er zu den UEFA Elite Referees, seitdem leitet der begeisterte Hobby-Schauspieler regelmäßig Spiele in der Europäischen Königsklasse, darunter das Halbfinale 2006 zwischen dem FC Arsenal und dem FC Villarreal.
2001 wurde Plautz nach dem 2:0 Meisterschaftssieg von Austria Wien über den FC Kärnten vom damaligen Kärnten-Präsidenten und Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (BZÖ) im Rahmen einer politischen Rede, heftigst attackiert. Die damalige freiheitliche Sportministerin Susanne Riess-Passerforderte Haider auf „diese Ganoven von Schiedsrichtern, die offenbar käuflich sind, nur weil Herr Stronach mit seiner Austria unbedingt gewinnen muss, zu überprüfen“. Im Anschluss an diese Rede erhielt Plautz Morddrohungen, Haider brachte diese Aussage eine Klage vor dem Ethikkomittee der österreichischen Bundesliga ein. Er wurde zu einer Geldstrafe von 200.000 Schilling (~14.500 Euro) verurteilt. Zudem befasste sich der österreichische Nationalrat mit der Causa.
2005 erntete Konrad Plautz für die Spielleitung des Wiener Derbys FK Austria Wien gegen SK Rapid Wien allgemeines Lob und Anerkennung, als er das aufgrund vergangener Spiele extrem emotionale und von den Fans immer wieder kurz an den Abbruch geführte Spiel in geordnete Bahnen lenken konnte.
Am 31. August 2007 leitete Plautz den UEFA Super Cup zwischen dem AC Mailand und dem FC Sevilla, welcher 3:1 für die Mailänder endete.
Am 6. Dezember 2009 beendete Plautz mit dem Spiel SV Ried gegen FK Austria Wien (0:2) aus Altersgründen seine aktive Laufbahn als Schiedsrichter.
Fußball-Europameisterschaft 2008
Am 19. Dezember 2007 erreichte Konrad Plautz sein größtes Ziel. Die UEFA-Schiedsrichterkommission nominierte ihn als Spielleiter der UEFA Euro 2008. Mit ihm nominiert wurden seine Assistenten Egon Bereuter und Markus Mayr.